Dämonenfeuer
Autor: Michael Laimo
Verlag: Otherworld Verlag
Umfang: 269 Seiten
ISBN: 9783800095193
Preis: 12,95 €
Zum Inhalt:
Pater Antonio Pilazzo träg sich schwer mit seinem derzeitigen Leben, soll doch der Ort, an dem er jahrelang gewirkt hat, wo er seiner Gemeinde das Wort Gottes verkündete und den Menschen die Beichte abnahm, nun den Erdboden gleich gemacht, um im selben Atemzug Baugrund für moderen Bürogebäude werden. Nur noch wenige Tage trennen die Kirche St. Peter vom Abriss und Pater Pliazzo betritt sie zum letzten mal, um mit dem Polier Henry Miller abschließenden Arbeiten zu besprechen.
Im selben Gebäude, das nun das Opfer der Abrissbirne werden soll, träumt der Obdachlose Jyro, neben einigen seiner Leidensgenossen, von Blut, Gewalt und dem manifestierten Bösen. Visionen von einen unheiligen Artefakt, das vor vielen Jahrzehnten unter der Kirche begraben wurde, suchen ihm heim und unkörperliche Stimmen flüstern seinen verängstigten Geist Worte von Tod und Zerstörung ein. Doch es sind nur Alpträume, oder? Eines Nachts, wieder aus unruhigen Schlaf erwacht, begibt sich Jyro in die Turnhalle von St. Peter, wo ein riesiges Loch klaffen eine Truhe beherbert. Alte Gebeine stapeln sich um diese und Jyro wird von dem Drang übermannt, die Truhe zu öffnen. Aus ihr fördert er einen Rosenkranz und einen schwarzen Kelch zutage. Zwei Artefakte, das eine Werkzeug des Bösen, das andere mit der heiligen Kraft Gottes gesegnet. Jyro nimmt den Rosenkranz an sich, währen der Kelch über dem Loch emporsteigt und flammend zu loderen beginnt; und mit seinem zügelnden Flammen, hält Chaos und Tod Einzug.
Während dessen ahnt Pater Pilazzo nicht von den dunklen Vorgängen in seiner ehemaligen Kirche. Erst als ihm ebenfalls Visionen vom Ende aller Tage offenbart werden, beginnt sein Schicksal zu wirken; denn niemand geringeres als der leibliche Sohn Gottes soll er sein. Mit Jyro, dem ehemaligen Ministranten Timothy und der Schar Obdachloser, die sich in St. Peter eingenistet haben, nimmt er den Kampf gegen vom Bösen besessene Bauarbeiter und den leibhaftigen Übel auf.
Drüber geschaut
Der Inhalt von „Dämonenfeuer“ baut auf christlichen Hintergrund auf, was einen Mann Gottes, in dem Fall Pater Pilazzo und den Obdachlosen Jyro, der ebenfalls diesem Glauben verhaftet ist (war), zu perfekten Protagonisten macht. Erzählt wird eine Geschichte, die schon im 19. Jahrhunder ihren Anfang nahm, um in neuer Zeit wieder aufzuspielen. Der Kampf zwischen Gut und Böse wurde schon des öfteren thematisiert, was es dem Autor erschwert, dem neue Facetten hinzuzufügen. Die Handlung wie auch die Geschichte an sich sind Größtenteils solide aufgebaut. Der Autor versteht sein Handwerk und kann erzählerisch durchaus überzeugen, die eingebauten Splatter-Szenen dürften jeden Horror-Fan das Herz höhrer schlagen lassen. Abseits davon jedoch lässt Laimo seine agierenden Figuren sehr oberflächlich daherkommen. Keiner der Charackter wird herausgebildet, so das der Leser mehr über der Handlung schwebt als sie hautnahe mit zu erleben. Einige „Horror-Effekte“ muten eher lächerlich an (z.B. das Auftauchen eines Fäkalienmonsters). Hinzu kommen oftmals Auswürfe wie O Gott, Lieber Gott, Großer Gott etc. der Protagonisten, die mehr zum schmunzeln als fürchten einladen; so unheimlich und schrecklich die dafür geschilderte Situation auch immer sein mag. Für Freunde der Thematik und Leser die es gern deftig-blutig mögen, dürfte „Dämonenfeuer“ das richtig sein. Mich konnte der Titel letzlich nicht überzeugen, dafür waren die angeführten „Schwächen“ in meinen Augen einfach zu groß.
Dafür leuchten 2 von 5 Sternen